Hasso-Plattner-Institut Potsdam Operating Systems and Middleware Group at HPI University of Potsdam, Germany
Operating Systems and Middleware Group at HPI

Tipps für schriftliche Ausarbeitungen & Dokumentvorlagen

Im Internet finden sich zwar bereits zahlreiche Anleitungen zum strukturierten Vorgehen bei der Planung und Erstellung einer wissenschaftlichen Ausarbeitung – um für zukünftige Arbeiten die Herangehensweise zu erleichtern und die Form zu vereinheitlichen, fassen wir in diesem Leitfaden die wichtigsten Aspekte einer schriftlichen Ausarbeitung zusammen.

  1. Anforderungen an Bachelor- und Masterarbeiten
  2. Der strukturelle Aufbau einer schriftlichen Ausarbeitung
  3. Inhalt & roter Faden
  4. Sprachlich-formale Aspekte
  5. Korrektur & Abgabe
  6. Drucken & Binden

Dokumentvorlagen (LaTeX)

Zur Gewährleistung eines einheitlichen Erscheinungsbildes und Vereinfachung der Arbeit an schriftlichen Ausarbeitungen bieten wir eine LaTeX-Vorlage für Bachelor- und Masterarbeiten mit Einstellungen zu Makrotypographie (wie Papiergröße, allgemeines Layout) und auch zur Detailtypographie (wie Schriftwahl) an.

Einzelarbeiten/Monographien Die Dokumentenvorlage osm-thesis enthält Struktur- und Formatierungsvorgaben sowie ausführliche Hinweise zur Erstellung von formal korrekten Abschlussarbeiten nach den Vorgaben des Studienreferats und Ansprüchen des Fachgebiets Betriebssysteme & Middleware.

Download
LaTeX-Template „osm-thesis“
für Abschlussarbeiten
v14 | ~1 MB (inkl. Beispieldokument)

Innerhalb des osm-thesis-Templates stehen zwei Dokumentklassen zur Verfügung. Das Layout des Textbereiches ist in beiden Dokumentklassen identisch. scrbook ist die Druckversion; sie enthält eine Zusatzseite für den Einband und ist für den Zweiseitendruck formatiert. (u.a. Seitenränder, Kopf- & Fußzeilen, Leerseiten). scrreprt ist die Bildschirmversion; sie enthält keine unnötigen (Leer-)Seiten und ist für die Einzelseitenansicht formatiert.

Sammlungsartige Berichte Für Berichte, die sich aus mehreren Einzelbeiträgen zusammensetzen (z.B. Seminarzusammenfassungen) wird üblicherweise das Template für technische Berichte am HPI (hpitr) verwendet. Da hierfür zusätzliche Informationen und Metadaten bereitgestellt werden müssen, werden die jeweiligen Dokumentvorlagen von den Editoren und den Betreuern der Lehrveranstaltungen individuell vorbereitet und bereitgestellt.

Anforderungen an Bachelor- und Masterarbeiten

Eine Bachelorarbeit soll demonstrieren, dass der Ingenieursprozess rund um verschiedene Aspekte des Entwurfs, der Implementierung und des Betriebs von komplexen IT-Systemen entsprechend des im Studium erlernten Wissens erfolgreich angewendet werden kann. Eine Masterarbeit besitzt eine forschungsorientierte Problemstellung, die umfassendes Fach- und Detailwissen aufzeigt und die gewissenhafte Anwendung der wissenschaftlichen Methoden aufweist. In beiden Fällen werden der Kontext eines Problems absteckt, das Ziel und die Durchführung genau beschrieben und in einer überzeugenden Schlussfolgerung bewertet.

Bachelorarbeiten

Die Studien- und Prüfungsordnung besagt folgendes: »Die Bachelorarbeit [...] soll zeigen, dass die Kandidatin oder der Kandidat in der Lage ist, innerhalb begrenzter Zeit ein Problem aus einem Fach ihres oder seines Studiengangs mit wissenschaftlichen Methoden selbstständig zu bearbeiten und die Ergebnisse sachgerecht darzustellen.« [§ 26 Abs. 1 SPO BAMA-O, AmBek Nr. 3, 2013, S. 35-55] »Themen für Bachelorarbeiten bilden anwendungsbezogene und/oder theoretische Aspekte aus dem Gebiet IT-Systems Engineering. Die Themenstellung einer Bachelorarbeit erwächst in der Regel aus der Softwareprojekttätigkeit und beinhaltet typische softwaresystemtechnische Prozesse und Ergebnisse (z.B. Prototypenbau, Implementierungen, Modellierungen).« [§8 Abs. 3 SPO IT-Systems Engineering, AmBek Nr. 14, 2016, S. 1378-1383]
Diese Anforderungen können auf vielfältige Weise erreicht werden. Bachelorarbeiten, die von den folgenden Ratschlägen abweichen, können selbstverständlich ebenso zu einem erfolgreichen Ergebnis führen.

Aus Sicht des Fachgebiets Betriebssysteme & Middleware geht es bei einer Bachelorarbeit grundsätzlich darum, Ingenieurskompetenz unter Beweis zu stellen. Das bedeutet:

  1. Ein Problem identifizieren und analysieren.
  2. Lösungsansätze identifizieren, gegenüberstellen und bezüglich des Problems bewerten.
  3. Den Lösungsansatz umsetzen und dokumentieren.

Dabei steht nicht das Ziel im Mittelpunkt, sondern der Weg dorthin. Statt die Features des Endproduktes aufzulisten soll bewertet werden, welche Konzepte der Lösung auf welche Art die ursprünglichen Probleme lösen. Besonders wichtig ist es, die Anwendung des ingenieursmäßigen Prozesses zu demonstrieren. Wir wollen sehen, dass ihr ingenieursmäßig arbeiten könnt – nicht einfach blind den erstbesten Lösungsweg runterimplementieren, der einem gerade so einfällt, sondern auch mal über den Tellerrand blicken, Alternativen anschauen und vor allem über alle möglichen Implikationen nachdenken, die mit so einer Entwurfsentscheidung einhergehen.

  • Nicht sofort/nur Implementierungen beschreiben – die Schritte „Anforderungsanalyse“ und „Entwurf/Design“, die vor der Implementierung kommen, unbedingt auch ausreichend behandeln.
  • Gegenüberstellungen von Alternativen sind viel spannender und wichtiger, als Detailwissen über ein bestimmtes Tool oder Framework, das in ein paar Jahren schon wieder „out“ sein wird. Lieber diskutieren, welche Trade-Offs es gab, was die überraschenden/herausragenden Aspekte an einem Werkzeug sind.
  • Nicht nur das beschreiben, was ihr gemacht habt, sondern unbedingt auch, wieso ihr es genau so (und nicht anders) gemacht habt. Erklärungen und Tutorials für Werkzeuge findet man im Internet, aber was ihr euch bei euren Entscheidungen gedacht habt, nicht!
  • Unter Beweis stellen, dass eure Implementierung durchdacht ist – also ihr euch sowohl mit Vor- als auch Nachteilen der Werkzeuge und auch mit deren Alternativen beschäftigt habt!
  • Klar und deutlich eure eigene Leistung rüberbringen. (Beispielsweise durch Aufzählen, was vorher alles nicht ging und jetzt – dank eurer Arbeit – möglich ist.)
  • Keine Schönfärberei und Verharmlosung von eher „unliebsamen“ Eigenschaften! Sachverhalte kritisch hinterfragen und differenziert analysieren. Wenn irgendwas als besser, schneller, weiter, etc. gelobt wird, dann muss das auch entsprechend begründet und mit Fakten untermauert werden.
  • Grundlagen, Entwurf, Implementierung und Evaluierung klar trennen und nicht vermischen.
  • Nicht vergessen, zu zeigen, dass Anforderungen erfüllt werden, wie das gemessen wurde und warum Variante X besser ist als Variante Y.
  • Obwohl ihr separate Werke verfassen sollt, ist es in Ordnung und sogar wünschenswert wenn ihr euch bei gemeinsamen Abschnitten (Motivation, Domäne, Architektur) absprecht und auch Querbezüge aufbaut.
  • Falls es ums Kürzen geht – unbedingt Abschnitte zu z.B. Alternativtechnologien, die ihr nicht verwendet habt, drin lassen und stattdessen die Erklärungen für die Werkzeuge, die ihr tatsächlich verwendet habt, kürzen.
  • Ihr solltet unbedingt auch den Ablauf des Projektes, die Rollenverteilung und auch die arbeitsteilige Vorgehensweise im Team beschreiben. Wie wurden Teilaufgaben im Team verteilt? Welche Rolle haben die einzelnen Kommilitonen gespielt? Wer hatte die Teamleitung inne? Hat sich die Rollenverteilung im Laufe des Projektes geändert? Wie war die Kommunikation mit dem Auftraggeber? Wer hat welchen Anteil an Design, Implementierung und experimenteller Evaluierung?

Beim Inhalt und Aufbau achten wir besonders darauf, dass die folgenden Punkte nicht nur irgendwo in der Arbeit wiederzufinden sind, sondern auch, dass diese Punkte eindeutig erkennbar sind:

  • Abgrenzung der eigenen Arbeit (Was genau habt ihr gemacht? Was geht dank euch jetzt, was vorher nicht ging? Insbesondere auch das, was ihr mit Absicht nicht gemacht habt)
  • Analyse der vorhandenen Mittel/Bestandsanalyse (Was gab es schon? Welche Anforderungen gibt es? Welche verschiedenen Wege gibt es, das Problem zu lösen? Wurden verwandte Arbeiten ausreichend beschrieben?)
  • Plausibilität der Lösungswahl (Welcher konkrete Lösungsweg wurde gewählt und warum?)
  • Evaluierung der Lösung (Wie ist der Nachher-Stand? Zeigen, dass die Lösung funktioniert!)

Die Länge der Bachelorarbeit sollte zwischen 30 und 50 Textseiten betragen (darin nicht enthalten sind: Titelei, Abstract, Anhang, Literaturverzeichnis).

Masterarbeiten

Die Studien- und Prüfungsordnung besagt folgendes: »Die Masterarbeit soll zeigen, dass die Kandidatin bzw. der Kandidat [...] erweiterte und vertiefte Fachkompetenzen erworben hat, Theorie und Empirie zu verbinden vermag und fähig ist, eine stärker forschungs- oder stärker anwendungsorientierte Problemstellung auf fachwissenschaftlicher Grundlage mit fachwissenschaftlichen Methoden innerhalb einer vorgegebenen Frist zu bearbeiten und die Ergebnisse in formal, sprachlich und sachlich überzeugender Weise darzustellen.« [§ 30 Abs. 1 SPO BAMA-O, AmBek Nr. 3, 2013, S. 35-55]
Diese Anforderungen können auf vielfältige Weise erreicht werden. Masterarbeiten, die von den folgenden Ratschlägen abweichen, können selbstverständlich ebenso zu einem erfolgreichen Ergebnis führen.

Aus Sicht des Fachgebiets Betriebssysteme & Middleware wird in einer Masterarbeit ein größerer Fokus auf eine wissenschaftliche Vorgehensweise gelegt – durch Anwenden von wissenschaftlichen Methoden auf spezielle Probleme soll neues Wissen gewonnen werden. Im Gegensatz zu einer Bachelorarbeit wird auch ein höheres Maß an Selbstständigkeit erwartet. Die Masterarbeit soll:

  1. Neue spezielle Erkenntnisse liefern.
  2. Diese Erkenntnisse begründen und objektiv nachvollziehbar beschreiben.
  3. Diese Erkenntnisse bewerten.

In der Masterarbeit sollen neue Problemlösungen gefunden bzw. vorhandene Lösungen verbessert werden. Im Optimalfall leistet die Masterarbeit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Wissenschaftsgebietes, indem sie beispielsweise aus laufenden oder abgeschlossenen wissenschaftlichen Arbeiten bekannte Lösungen vertieft, verbreitert, bestätigt oder widerlegt oder aus einem neuen Blickwinkel betrachtet bzw. an einen neuen Anwendungsfall anpasst.

Zusätzlich zu den Anforderungen an Bachelorarbeiten gilt bei Masterarbeiten:

  • Zu einem frühen Punkt der Arbeit sollten eine oder mehrere Forschungshypothesen (Link) aufgestellt werden. Im Laufe der Arbeit sollten diese Hypothesen durch Beobachtungen oder Experimente getestet werden. Die gesammelten Daten dienen dazu, die Nullhypothese zu widerlegen und damit die Forschungsthesen zu unterstützen.
  • Ein Überblick über die in der Literatur vorhandenen Methoden bzw. Lösungsansätze, den aktuellen Stand der Technik sowie verwandte Arbeiten sind zwingend erforderlich.
  • Alle Aussagen müssen belegt werden: Entweder durch Quellen/Zitate, getestete Forschungshypothesen oder durch eine gewissenhafte Argumentation bzw. einen Beweis.
  • Für die Durchführung von Messungen ist es zwingend erforderlich, die verwendete Testumgebung (Hardware wie auch Software) zu dokumentieren sowie Messparameter gewissenhaft zu wählen. Zu den wichtigsten Parametern gehören die Anzahl der Messwiederholungen, die Anwendung von Warmup-Läufen sowie die Identifikation und Vermeidung möglicher Störeinflüsse.
  • Ebenso wichtig ist die Auswertung und Präsentation der Messdaten: Durchschnittswerte ohne die Angabe von Standardabweichung sind nicht aussagekräftig. Um Messresultate für Hypothesentests heranzuziehen, ist die Anwendung von statistischen Methoden wie dem t-Test oder der Varianzanalyse (ANOVA) dringend anzuraten.
  • Eigene Leistungen sollten immer deutlich von Fremdleistungen unterschieden werden. Dies gilt insbesondere für Masterarbeiten, welche auf vorhandenen Arbeiten oder Technologien aufbauen oder zeitgleich zu thematisch ähnlichen Masterarbeiten bearbeitet werden.
  • Bei der Gegenüberstellung der verwandten Arbeiten sollte herausgestellt werden, dass der Forschungsschwerpunkt der Arbeit relevant und noch zu bearbeiten ist.
  • Die Konzepte der Lösung stehen im Mittelpunkt. Die entwickelten Softwareprototypen dienen nur zur Bewertung der Konzepte.
  • Bei Nutzung vorhandener oder selbst entwickelter Softwareprototypen müssen diese so ausführlich beschrieben werden, dass Leser von der Verlässlichkeit der Ergebnisse unter den zu erläuternden Anwendungsbedingungen überzeugt ist.
  • Bei Experimenten müssen die eingesetzten Technologien, Systeme und Verfahren so beschrieben werden, dass der Leser von der ordentlichen Planung und Glaubwürdigkeit überzeugt ist. Es müssen ausreichend Details angegeben werden, um eine Wiederholung der Experimente und die Beobachtung der gleichen Ergebnisse zu ermöglichen.
  • Im Ausblick den Nutzen der neuen Problemlösung bzw. der neuen Erkenntnisse mit Bezug auf den derzeitigen Stand der Wissenschaft und mögliche zukünftige Probleme oder vergleichbare Problemdomänen diskutieren.
  • Die Bewertung eurer Lösung und der verwandten Arbeiten sollte anhand von einheitlichen, vorher definierten Metriken erfolgen. Sollte die Kategorisierung der verwandten Arbeiten anhand dieser Metriken größere Lücken aufweisen, sind diese unter Hinzunahme entsprechender weiterer verwandter Arbeiten zu schließen.
  • Ein entsprechende Gliederung könnte wie folgt aussehen: Einleitung (Domäne, Problem & Beitrag der Arbeit), Problemhintergrund/Motivation, verwandte Arbeiten, Abgrenzung, Entwurf, Umsetzung, Evaluierung, abschließende Auswertung & Bewertung

Die Länge der Masterarbeit sollte zwischen 60 und 80 Textseiten betragen (darin nicht enthalten sind: Titelei, Abstract, Anhang, Literaturverzeichnis).

Der strukturelle Aufbau einer schriftlichen Ausarbeitung

Im Allgemeinen ist eine schriftliche Ausarbeitung einem klaren Schema: Nach der Titelei (Titelseite, Zusammenfassung/Abstract, ggf. Danksagung, Inhaltsverzeichnis) beginnt der Textteil, der die eigentlichen Inhalte der Arbeit umfasst. Dieser besteht üblicherweise aus einer Motivation der Problemstellung, einem Grundlagenteil, der eigentlichen Behandlung der Problemstellung sowie einer Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse. Dem Textteil folgt ein Anhang mit dem Literaturverzeichnis, ggf. ergänzenden Bild- und Quelltextmaterialien und der Eigenständigkeitserklärung.

  • Die Zusammenfassung („Abstract“) stellt eine kurze, präzise Darstellung des Inhalts dar. Sie muss objektiv sein, so kurz wie möglich gehalten, eine klare und nachvollziehbare Sprache und Struktur aufweisen, alle wesentlichen Sachverhalte enthalten und genau die Inhalte der gesamten Ausarbeitung wiedergeben.
  • Im Zentrum der Einleitung stehen die Vorstellung und Motivation des Themas der Arbeit und die genaue Auflistung der Fragestellungen (Wieso ist das Thema relevant?). Ebenso sollten schon einzelne Aspekte des Problems herausgearbeitet werden. Dabei ist es hilfreich, die zentralen Fragen aufzulisten, die im Rahmen der Arbeit beantwortet werden sollen. Außerdem sollte ein knapper Überblick gegeben werden, in welchen Schritten die Problembehandlung erfolgt: Hinführung zum Thema, Herleitung und Ausformulierung der Fragestellung, Abgrenzung des Themas (Angabe von Aspekten, die zum Thema gehören, aber ausgeklammert werden) und Aufbau der Arbeit (Begründung der Gliederung).
  • Im Grundlagen-Teil sollen zentrale Begriffe definiert und eingeordnet werden. Es geht dabei nicht darum, Definitionen aus Lexika zu suchen; stattdessen sollen problemorientierte Definitionen gegeben werden. Häufig können einzelne Begriffe unterschiedlich weit oder eng definiert werden, sodass auch eine Diskussion unterschiedlicher Definitionsansätze hilfreich sein kann, bevor eine für die weitere Arbeit verbindliche Definition gewählt wird.
    Zudem sollte ein Überblick über die in der Literatur vorhandenen Methoden bzw. Lösungsansätze, der aktuelle Stand der Technik und verwandte Arbeiten gegeben werden.
  • Im Hauptteil der Arbeit erfolgt die eigentliche Auseinandersetzung mit der Problemstellung. Hier kommt es darauf an, die Problemstellung reflektiert in logischen, nachvollziehbaren Schritten zu bearbeiteten. Aussagen müssen durch herangezogene Literatur gestützt und belegt werden.
    Siehe auch Anforderungen an Bachelorarbeiten und Anforderungen an Masterarbeiten.
  • In der Schlussbetrachtung gibt es einen Rückblick, in dem Motivation und Thesen aus der Einleitung wieder aufgegriffen und abgerundet werden. Antworten auf in der Problemstellung aufgeworfene Fragen werden kurz und prägnant zusammengefasst. Ebenso sollte ein Ausblick auf offen gebliebene Fragen sowie auf interessante Fragestellungen, die sich aus der Arbeit ergeben, gegeben werden. Ein persönlich begründetes Fazit aus eigener Perspektive ist an dieser Stelle ebenfalls sinnvoll.

Die einzelnen Teile der Arbeit sind üblicherweise folgendermaßen aufgebaut:

Zusammenfassung (Abstract)

Der Abstract ist die TLDR-Version der Ausarbeitung. Er muss dem Leser genügen, um den Inhalt der Arbeit wiedergeben zu können. Nur wenn er die Details benötigt, sollte er die Arbeit lesen müssen. Üblicherweise genügen ein bis zwei Sätze pro Kapitel der Arbeit.

  • Der Abstract ist keine Einleitung! Er muss unabhängig von der Arbeit betrachtet werden.
  • Der Abstract ist kein Teaser/Trailer, sondern ein Spoiler und muss die Inhalte der Arbeit prägnant wiedergeben.
  • Nicht nur abstrakt „verschiedene Methoden“, „ausgewählte Algorithmen“ o.ä. schreiben, sondern konkret genau die betrachteten Methoden, die konkret ausgewählten Algorithmen o.ä. nennen!
  • Nur die Kernaussagen der Ausarbeitung gehören – kurz und klar formuliert – in den Abstract.
  • Keine Worte verschwenden. Keine Meta-Formulierungen verwenden („In dieser Ausarbeitungen wird auf…“, „Inhalt des Artikels ist…“). Nicht die Überschrift wiederholen. Nicht „labern“.
  • Quellenangaben im Abstract sind eher unüblich.
  • Den Inhalt des Abstracts auch entsprechend des Inhalts in der eigentlichen Ausarbeitung aufteilen. Wenn Kapitel 4 die Hälfte des Dokuments ausmacht, sollte auch die Hälfte des Abstracts mit Kapitel 4 zu tun haben.
  • Der Abstract darf sich nicht wie ein Inhaltsverzeichnis lesen, sondern kommunizieren, was der Leser aus den Kapiteln mitnehmen würde.
  • Es dürfen Sätze und Formulierungen aus der Arbeit wiederverwendet werden.

Einleitung

Die Einleitung eurer Arbeit muss kurz ins Thema einführen, die Domäne erklären und die Motivation darstellen, wozu ihr die Ausarbeitung geschrieben habt und möglichst noch etwas Hintergrundinformationen geben; also kurz alle Grundlagen schaffen, um auch mit wenigen Vorkenntnissen die kommenden Abschnitte zu verstehen. Die Motivation umfasst die knappe Einführung in die Problemdomäne, die Beschreibung des Problems sowie des Vorgehens der Arbeit zur Bearbeitung des Problems mit einem Überblick über den Aufbau der Arbeit. Die Einleitung schafft den Kontext der Ausarbeitung.

  • Die Motivation darf nicht auf den Abstract aufbauen, sondern als Startpunkt der Ausarbeitung dienen.
  • Die zentralen Fragen aufzulisten, die im Rahmen der Arbeit beantwortet werden.
  • Es muss für den nicht an der Durchführung der Arbeit beteiligten Leser verständlich und nachvollziehbar sein – lieber etwas mehr Kontext und Hintergrundwissen vermitteln.
  • Das Problem und die Forschungsfragestellung als relevant und aktuell darstellen – ggf. mit Verweis auf aktuelle Veröffentlichungen, Vorträge, Geschehnisse oder Presseberichte.
  • Ergebnisse der Arbeit dürfen auch hier erwähnt werden.
  • Wenn nötig, kann die Terminologie hier schon eingeführt werden.
  • Die Problemdomäne kurz anreißen und ggf. auf weiterführende Literatur verwiesen.

Grundlagen

Der Grundlagenteil definiert zentrale Begriffe (Terminologie) und führt wichtige Konzepte und Technologien ein, die für die Arbeit relevant sind. Allgemeines wird sehr knapp formuliert, die problembezogenen Aspekte werden hervorgehoben und ggf. ausführlicher diskutiert. Der Fokus/Kontext der Arbeit wird klar kommuniziert – dazu werden Problemaspekte, Annahmen und Einschränkungen diskutiert. Dazu zählen neben den Möglichkeiten auch die Herausforderungen und Limitierungen der Konzepte/Technologien.

  • Allgemeine Grundlagen durch Zitate aus Lehrbüchern abdecken, statt dieses Kapitel aufzublähen.
  • Detaillierte Beschreibungen nur für die Aspekte der Grundlagen, die für die Arbeit notwendig sind. Alles weitere durch Zitate abdecken.
  • Keine Lücken! Alles Hintergrundwissen muss vom Text und der verwiesenen Literatur abgedeckt sein.
  • Keinen Platz für Werbematerial wie Logos verschwenden. Lieber Architekturdiagramme, falls sie für das Verständnis wichtig sind.
  • Keine Lexikondefinitionen paraphrasieren, sondern eigene problemorientierte Definitionen verwenden.
  • Eine Diskussion alternativer Definitionsansätze kann hilfreich sein, bevor eine für die weitere Arbeit verbindliche Definition gewählt wird.
  • Zur Abgrenzung des Themas sollten auch Aspekten identifiziert werden, die zum Thema gehören, aber ausgeklammert werden.

Hauptteil

Die Gliederung bzw. Gestaltung des Hauptteils hängt weitestgehend vom Thema und der gewählten Vorgehensweise der Arbeit ab. Bestandteile sind beispielsweise die Beschreibung eines Entwurfs, dessen Umsetzung und die Erläuterung von Umsetzungsalternativen sowie die Evaluierung und Bewertung. Für die Evaluierung gibt es verschiedene Möglichkeiten: Implementierung eines Prototypen, Vergleich mit bestehenden/anderen Lösungen, Benutzerstudie, etc.

Die unterschiedlichen Anforderungen an den Hauptteil können in Anforderungen an Bachelorarbeiten und Anforderungen an Masterarbeiten nachgelesen werden.

Schlussteil

Der Schluss liefert die Kernaussagen der Arbeit. Die abschließenden Worte fassen die Antwort(en) auf die in der Problemstellung aufgeworfenen Fragen prägnant zusammen. Es erfolgt eine kritische Betrachtung der Möglichkeiten und Limitierung der eigenen Arbeit. Es ist üblich, offen gebliebene Fragen und interessante Fragestellungen, die sich aus der Arbeit ergeben, zu diskutieren und einen Ausblick auf zukünftige (Folge-)Arbeiten zu geben.

  • Die zentralen Ergebnisse zusammenfassen.
  • Die ermittelten Vor- und Nachteile der betrachteten Sachverhalte bewerten.
  • Einen Ausblick auf mögliche Anknüpfungspunkte geben.
  • Es gibt hier üblicherweise keine Quellenangaben, da man das bisher Betrachtete zusammenfasst.
  • Hier ist (der einzige) Platz dafür, um eigene Sichtweisen und Meinungen in einer Arbeit unterbringen. Aber nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen und beim Thema der Arbeit bleiben!

Literaturverzeichnis, Zitate und Quellenangaben

Grundsätzlich sind die in der Arbeit verwendeten Quellen – aus denen zur Stützung der Argumentation zitiert oder auf die man sich sinngemäß bezieht – in einem Literaturverzeichnis anzugeben. Literatur, die nicht zitiert wird, gehört auch nicht in das Literaturverzeichnis.

  • Zitate sind in geeigneter Form zu kennzeichnen. Es muss erkennbar sein, ob ein ganzer Text übernommen oder nur sinngemäß den Inhalt in eigenen Worten wiedergegeben wurde.
  • Verwendet Tools zum Verwalten eurer Quellen und Erstellen von bib-Dateien! (Tipp: Zotero)
  • Einträge im Literaturverzeichnis müssen mit allen zur Verfügung stehenden Daten (Titel, Autor[en], Herausgeber, Verlag, Jahr, ISBN, Ausgabe, Seitenzahlen, Konferenzname, Ort, DOI, URL, Abrufdatum, Publikationsstatus, …) erstellt werden.
  • Quellenangaben müssen einheitlich formatiert sein; vor oder nach dem Satzzeichen, mit oder ohne Leerzeichen – Hauptsache im ganzen Text einheitlich!
  • Aussagen sollten primär aus der klassischen Literatur belegen lassen. Bei Internetquellen ist deren Verlässlichkeit, Wahrheit und Reife zu bewerten.
  • Bei Webseiten als Quelle muss zumindest die konkrete URL angeben werden. Besser: Seitentitel und Abrufdatum.
  • Nicht vergessen: Bilder, die ihr nicht selbst erstellt habt, entsprechend mit einer Quellenangabe versehen.
  • Die Grafiken nicht alle einzeln referenzieren, sondern das Dokument, in dem sie vorkommen.
  • Nicht nur allgemeine „Sammel“-Quellen referenzieren (z.B. gesamte Vorlesungsreihen). Das ist nicht hinreichend; es ist besser, die in der Vorlesung verwendete Literatur als Quellenangaben zu verwenden.
  • Immer klar abgrenzen, was tatsächlich in der Literatur gesagt wurde, und was persönliche Auslegung ist.
  • Falls immer wieder die gleiche Quelle für unterschiedliche Aussagen verwendet wird: Die Originalzitate als Quelle heraussuchen und diese (getrennt) referenzieren.
  • Falls Quellen aus Wikipedia sind: Damit die Ausarbeitung von Wissenschaftlern „ernst genommen“ würde, wäre es besser, richtige Papers, die bei Springer, IEEE, ACM etc. indiziert sind, zu zitieren. Hack: Die Quellen unter den Wikipedia-Artikeln zurate ziehen. Vielleicht sind da „seriöse“ Veröffentlichungen dabei…
  • Man kann bei Verweisen auch gern den Autorennamen verwenden – „Müllermeierschmidt untersucht in [42]…“ (statt nur „[42] schreibt…“).
  • Quellen von Zitaten – sowohl wörtlich, bildlich als auch sinngemäß – sind immer wichtig und gehören ins Literaturverzeichnis. Fußnoten sollten für allgemeine Sachen verwendet werden, die einem helfen, weitere Infos zu finden (z.B. Produktwebseiten), die aber sonst nicht weiter wichtig sind bzw. die nicht als Quelle eines Zitats dienen.

Inhalt & roter Faden

Der Inhalt muss so dargestellt werden, dass der Leser der Argumentation folgen kann. Dem Leser muss jederzeit klar sein, weshalb alles, was er liest, wichtig für das Ergebnis ist. Argumente sind aus verschiedenen Positionen zu betrachten und deren Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herauszuarbeiten. Inhalte müssen relevant, richtig, sachlich und nachvollziehbar sein und zueinander in Bezug gesetzt werden. Ihr solltet erkennen lassen, dass ihr zwischen Wichtigem und Unwichtigem sowohl in der eigenen Arbeit als auch in den Arbeiten anderer unterscheiden könnt.

Der rote Faden muss auf mehreren Ebenen sichtbar werden: Auf der Gliederungsebene (Grobstruktur & Ausgestaltung der einzelnen Gliederungspunkte), auf der der gedanklichen Ebene (Verknüpfung der Argumente) und auf der der sprachlichen Ebene (Verbindungswörter, ein- und überleitende Textpassagen).

Gliederung

Die Ausarbeitung darf nicht so aussehen, als ob ihr wahllos verschiedene Absätze aneinandergeklebt habt, sondern es muss ein roter Faden ersichtlich sein.

  • Ein roter Faden ist essentiell! Alles muss aufeinander aufbauen; keine zusammengewürfelten Absätze.
  • Die Gliederung muss logisch aufgebaut sein. Inhaltliche Schwerpunkte müssen darin zum Ausdruck kommen.
  • Struktur herausarbeiten mit \section, \subsection, \paragraph. ABER: Die Gliederung darf nicht durch zu viele Gliederungspunkte zergliedert sein bzw. zu tief gliedert sein.
  • Bei Untergliederungen muss bei gleicher Gliederungstiefe auch der gleiche Abstraktionslevel herrschen.
  • Der Bezug zur eigentlichen Fragestellung darf nicht aus den Augen gelassen und sollte immer mitformuliert werden. Hilfreich sind dabei Anfang und Schluss eines Kapitels.
  • State the problem before describing the solution.
  • Auch die einzelnen Abschnitte sollten Einleitung, Hauptteil, Schluss enthalten. Die Einleitung und Schluss sollten dabei die Überleitung zu den umschließenden Abschnitten realisieren.
  • Absätze sollten aufeinander aufbauen. Wenn man Absätze (Kapitel, Abschnitte, etc.) beliebig vertauschen kann, gibt es keinen roten Faden.
  • Vermeidet „Micro-Absätze“, die nur aus wenigen bzw. einem einzigen Satz bestehen. Das deutet darauf hin, dass die behandelten Gedanken nicht vollständig ausgeführt und entwickelt wurden.
  • Die Strukturierung in Einleitung+Hauptteil+Schluss nicht nur im gesamten Dokument verwenden, sondern (mind.) auch jeweils in den einzelnen Kapiteln.

Argumentation

Ein wichtiges Merkmal einer wissenschaftlicher Arbeit ist, dass Aussagen für Dritte objektiv nachprüfbar sein müssen. Jede Entscheidung muss sachlich begründet werden. Thesen, Argumente und Beispiele müssen korrekt, genau und vollständig sowie aufeinander bezogen sein. Inhaltlich kommt es besonders auf eine sachliche Darstellung und kritische Diskussion des Problems an. Das bedeutet auch, dass mögliche Nachteile des gewählten Lösungsansatzes angesprochen und betrachtet werden müssen.

  • Verwendete Argumente sollten in ausreichender Menge vorhanden und müssen relevant, korrekt und aktuell sein.
  • Informationen zueinander in Beziehung setzen. Am Ende jedes Kapitels sollten die erarbeiteten Gedanken in ihrer Bedeutung für die Beantwortung der Fragestellung zusammengefasst werden.
  • Allaussagen und Pauschalisierungen vermeiden. Alle Allaussagen sind falsch! Nicht unnötig angreifbar machen. Gelten Aussagen wirklich immer? Oder nur „in der Regel“, „größtenteils“, „überwiegend“, etc.
  • Nicht einfach nur Dinge behaupten (xyz ist jetzt besser, stabil, etc.) – sondern nachvollziehbar (messbar!) begründen bzw. Quellen dafür angeben.
  • Nicht leichtfertig Werbebegriffe übernehmen (z.B. „instantaneous recovery“, „vollständig flexibel“, „skalierbar“, „hochverfügbar“). Solche Eigenschaften gelten in der Regel nur unter bestimmten Voraussetzungen bzw. Einschränkungen.

Gewichtung

Wichtige Aussagen sollten mehr Platz in der Ausarbeitung erhalten; weniger wichtige weniger; unwichtige keinen.

  • Keinen Platz verschwenden. Wiederholungen reduzieren. Trivialitäten minimieren.
  • Dinge, über die der geneigte Leser alles selbst herausfinden kann, ohne eure Arbeiten zu lesen, müssen nicht detailliert auf vielen Seiten erklärt werden. Viel besser ist, einfach auf eine Quelle zu verweisen, in der das gut erklärt wird. Diese Quelle ist auch wichtig!
  • (Forschungs-)Tätigkeiten, die viel Zeit in Anspruch genommen haben, dürfen gern auch entsprechend in der Arbeit gewürdigt werden. Dazu bietet es sich an, diese detaillierter zu diskutieren – dazu ist es möglicherweise notwendig die Forschungsfragen auszuweiten.
  • Kein Leser mag anderthalb Seiten, die keinen Beitrag liefern (z.B. halbseitige Screenshots von Twitter-Posts).

Sprachlich-formale Aspekte

Wissenschaftliche Ausarbeitungen dienen der Wissensvermittlung – es ist überaus wichtig, dem Leser die Informationsaufnahme möglichst einfach zu machen, Inhalte logisch zu gliedern und in guter sprachlicher Form darzustellen.

Textverständlichkeit

Der Text ist logisch aufzubauen und so zu formulieren, dass er auch für den nicht an der Durchführung der Arbeit beteiligten Leser verständlich und nachvollziehbar ist. Die behandelten Themen müssen leicht erkennbar sein. Größere Abschnitte sollten einen kurzen Überblick über ihre Inhalte geben. Die Verständlichkeit des Textes kann durch die Verwendung von kurzen Sätzen, einer einfachen, aber fachsprachlich korrekten Wortwahl und durch die Vermeidung von Füllworten und überflüssigen Fremdworten wesentlich erhöht werden.

  • Keine Prosa, sondern präzise Begriffe und Sätze!
  • Eine einheitliche Terminologie verwenden, damit Begriffe wiedererkannt werden können.
  • Zentrale Begriffe klären und die Arbeit für interessierte Laien verständlich halten.
  • Pure Textblöcke, die sich über mehrere Seiten erstrecken, sind ein Zeichen für mangelnde strukturelle Leseunterstützung. Weiter unterteilen oder variantenreichere Inhaltsarten (Schriftarten, Listen, Diagramme, Tabellen, ...) einsetzen.
  • Das schnelle Überfliegen des Textes und das Springen in der Arbeit muss aktiv unterstützt werden. Der Leser muss jederzeit die wesentlichen gerade diskutierten Themen schnell erkennen und auch bestimmte vorher schon einmal gelesene Fakten schnell wiederfinden können.
  • Kurz einen Gesamtüberblick (Einordnung ins „große Bild“, eine Tabelle) geben und dann tiefer in die Details. Z.B. vor dem Start einer Reihe von Subsections die verschiedene Ausprägungen eines Sachverhalts diskutieren, diese Sachverhalte vorher alle aufzählen und kurz erläutern.
  • Fremdworte/Fachbegriffe nicht einfach ohne weitere Erläuterung verwenden und als bekannt voraussetzen. Selbst wenn der Begriff etabliert und bekannt scheint – das ist oft auch nur in einem Teilgebiet (der Informatik) so. Deshalb generell Fachbegriffe und Fremdworte erläutern.
  • Die einzelnen Abschnitte sollten entsprechend auf einander verweisen. Überleitungen und Zusammenfassungen zwischen Kapiteln sind hilfreich.
  • Zu Beginn eines Kapitels ist eine Übersicht über dessen Inhalt sinnvoll. Am Ende eines Kapitels kann eine Überleitung zum nächsten Kapitel helfen, den roten Faden aufzuzeigen.
  • Gute Überschriften, vielseitige Präsentation der Inhalte (Diagramme, Tabellen, Auflistungen, ...) und aussagekräftige Inhaltsunterschriften verwenden.
  • Durch eine Kombination aus Text und Bild lassen sich komplexe Sachverhalte vereinfacht darstellen und verständlich vermitteln.
  • Verwendet sprechende Titel für Kapitel/Sections/…! Nicht einfach nur „Aufbau“, „Mechanismen“, „Dritter Schritt“, etc. Man sollte nicht erst den Text lesen müssen, um den Kontext zu verstehen. Viel besser: „Aufbau einer Ausführungsumgebung für Microservices“, „Mechanismen zur Fehlervermeidung und Fehlerbeseitigung“, „Dritter Schritt: Implementierung der Schnittstellen zwischen Diensten“.
  • Statt in der Textform z.B. mittels „einerseits … andererseits“, „erstens… zweitens… drittens“ o.ä. lieber Aufzählungszeichen verwenden. Dies unterstützt die Lesbarkeit teilweise enorm.
  • Möglichkeiten zur Hervorhebung (z.B. Fettdruck) und Textstrukturierung (Gedankenstriche, Klammern, Semikolon, Doppelpunkt, ...) nutzen.

Ausdruck & Stil

Eine wissenschaftliche Ausdrucksweise ist sachlich, präzise und bemüht sich um Objektivität. Die Verwendung umgangssprachlicher Ausdrücke, schwammiger Formulierungen und übertriebener literarischer Stilmittel (z.B. Wechseln von Begriffstermini) stören die wissenschaftliche Ausdrucksweise.

  • Umgangssprachliche Formulierungen vermeiden („von vorneherein“, „wird es richtig teuer“, „ziemlich simpel“, „Gehen wir das ganze einmal durch“, „zum Laufen zu bringen“, „sprich…“, „Fazit: …“, „Ich habe mir gedacht,…“)
  • Komponenten nicht personifizieren („der JBoss“/„er“, „die Apaches“, „JBosse“).
  • Vermeidet das Wort „offensichtlich“. Das wirkt, als hieltet ihr den Leser für dumm.
  • Vermeidet Füllwörter wie „sehr“. Wenn etwas „sehr wichtig“ dann sind in der Schriftsprache Worte wie „zentral“, „fundamental“, „essentiell“ eleganter.
  • Worte wie „sehr“, „relativ“, „ziemlich“, „quasi“, „gewissermaßen“ sind in den allermeisten Fällen überflüssig und ungenau.
  • Die Begriffe, für die Demonstrativpronomen (dieser/jener/welcher) Stellvertreter sind, müssen eindeutig erkennbar sein.
  • Nicht zu umständliche Stellvertreterausdrücke verwenden („der zur Diskussion stehende Sachverhalt“, „die vorbezeichneten Gegenstände“, etc.) – da muss man als Leser viel zu viel nachdenken (und erstmal den Lesefluss stoppen und nachgucken, welche drei Sachen eigentlich gemeint sind).
  • Nicht verschiedenste Synonyme für ein und denselben Begriff verwenden – insbesondere, wenn der Begriff etabliert ist (Negativbeispiel: „künstliche neuronale Netze“, „artifizielle Netze“, „die in Rede stehenden Netze“, „ebenjene Netze“, „die beschriebenen Netze“)

Rechtschreibung & Grammatik

Mindestens ebenso wichtig wie die Verständlichkeit ist die sprachliche Korrektheit. Ausarbeitungen müssen hinsichtlich Rechtschreibung, Grammatik, Satzbau und Zeichensetzung ohne Fehler sein. Ein nennenswerter Fehleranteil wird oft als Indikator für mangelnde Sorgfalt und Ernsthaftigkeit der Arbeit gewertet. Solche Arbeiten werden nicht anerkannt (auch nicht als Vor-Version!).

  • Alles, was die Rechtschreibkontrolle nicht kennt, ist entweder falsch geschrieben oder muss als Fremdwort, Eigenname, \code bzw. \lstinline etc. hervorgehoben sein.
  • Es empfiehlt sich generell, Freunde, Kommilitonen, und eine Überprüfungssoftware nochmal auf den Text schauen zu lassen. Als Autor bekommt man schnell einen Tunnelblick und sieht die Fehler nicht mehr.
  • Beachtet schwierige Wörter.
    • zum einen … zum anderen, des Weiteren
  • Regeln für das Setzen von Bindestrichen: Deutsch → immer („Hasso-Plattner-Institut“), Englisch → in der Regel nicht („Hasso Plattner Institute“), Deutsch+Englisch → kombiniert („Java EE-Sicherheitsmodell“). Im Deutschen kommt es äußerst selten vor, dass Worte weder Bindestrich haben noch zusammengeschrieben werden können. Es heißt z.B. nicht „Download Modus“, sondern „Download-Modus“ oder (da Download im Duden steht) „Downloadmodus“.
  • Zu einem „einerseits“ muss es ein „andererseits“ geben, zu einem „erstens“ auch ein „zweitens“, zu einem „sowohl“ auch ein „als auch“, usw.
  • Schreibung von Zahlen (deutsch):
    • Zahlen von eins bis zwölf werden in der Regel ausgeschrieben. Ansonsten nur ein- und zweisilbige Zahlwörter (hundert, tausend, …)
    • Vor Zeichen, Abkürzungen von Maßen, Gewichten, Geldsorten usw. ist die Zahl in Ziffern zu schreiben: 3 km; 7,4 kg; 6 EUR. Steht statt der Abkürzung die entsprechende Vollform, kann man sowohl in Ziffern als auch in Buchstaben schreiben: 11 Kilometer/elf Kilometer; 2 Euro/zwei Euro.
    • Die Zahlen von 13 an können – sofern sie übersichtlich sind – auch ausgeschrieben werden.
    • Im IT-Bereich gibt es sehr oft einen Unterschied zwischen 0 (dem Zahlenwert) und null (dem Nullwert/NIL, Fehlen eines Wertes)!
    • Zahlen sollten zur besseren Lesbarkeit in Dreiergruppen gegliedert werden, und zwar sowohl links als auch rechts des Dezimaltrennzeichens. Laut ISO 80000 soll das Tausendertrennzeichen ein schmales Leerzeichen sein, niemals ein Komma, Punkt oder irgendein anderes Zeichen. Zahlen sollten (außer bei tabellarischer Darstellung) erst ab fünf Stellen untergliedert werden.
  • Schreibung von Zahlen (englisch):
    • Zahlen am Satzanfang werden grundsätzlich ausgeschrieben.
    • Höhere Zahlen können auch ausgeschrieben werden, es ist viel Geschmackssache und sollte vor allem konsistent und lesbar sein.
    • Nicht durch zehn teilbare Zahlen zwischen 21 und 99 sollten mit Bindestrich geschrieben werden („forty-two“).
    • Zahlen mit vier oder mehr Dezimalstellen sollten – anders als im Deutschen – mit Kommata versehen werden, und zwar alle drei Stellen: 299,792,458 m/s
  • Sätze nie mit Konjunktionen („und“, „oder“, „aber“, „sondern“) beginnen. Konjunktionen sind – wie der Name schon sagt – Verbindungswörter und stellen die syntaktische Verbindung zwischen Wörtern, Satzteilen oder Sätzen her.

Grafiken, Tabellen & Codeausschnitte

Jede Fließumgebung (Grafiken, Graphen, Diagramme, Tabellen, Codeausschnitte, ...) muss beschriftet sein („captions“).

  • Die Beschreibungen der Abbildungen, Tabellen, Diagramme, Quellcode, etc. müssen jene auch ohne Kontext beschreiben – erläutern, was man alles sehen und erkennen kann. So muss man beim Betrachten nicht zurück in den Fließtext springen.
  • In jeder Beschriftung müssen folgende Fragen beantwortet werden: Was ist dargestellt? Welche Besonderheiten sind zu erkennen? Welche Rückschlüsse ergeben sich daraus für den momentan behandelten Sachverhalt?
  • Die Achsen von Diagrammen ordentlich beschriften (Metrik und Einheiten). Bei Vergleichen angeben, ob große oder ob kleine Werte besser sind. Fehlerbalken verwenden.
  • Wenn Text in den Abbildungen auf Englisch ist, man aber einen deutschen Text schreibt: Entweder den Text in der Abbildungen übersetzen, oder die Bildunterschrift so gestalten, dass man das auch verstehen kann, wenn man kein Englisch kann.
  • Bilder so skalieren, dass die Textgrößen verschiedener Abbildungen etwa konsistent groß sind und nicht sehr viel größer (oder kleiner) als die normale Textschriftgröße.
  • Grafiken, Tabellen etc. müssen auch im Text referenziert werden um die Verbindung zwischen Text und Abbildungen herzustellen.

weitere wichtige Formalien

Bei den Formalien gibt es verschiedene Möglichkeiten – die Grundregel sollte jedoch sein: Hauptsache einheitlich, übersichtlich und systematisch!

  • Fachbegriffe, Produkt-/Eigennamen und fremdsprachlichen Begriffen (z.B. Java EE, Java Virtual Machine, Enterprise Services, Application Client Container) bei der ersten Verwendung kenntlich machen (z.B. mittels \emph) und auch eine kurze Erläuterung mit hinzufügen.
    Oft lässt sich das Erläutern eines Fremdworts/Fachbegriffs leicht durch eine Übersetzung implementieren; manchmal aber auch nicht: Dann muss ein Nebensatz, eine Fußnote o.ä. investiert werden, um den Fachbegriff/das Fremdwort genauer zu erklären. Danach kann auch das Fremdwort normal verwendet werden.
  • Bei englischen Begriffen, die leicht durch deutsche Begriffe ersetzt werden können, dies bitte auch tun (z.B. „Interface“ vs. „Schnittstelle“, „Button“ vs. „Schaltfläche“).
  • Abkürzungen sind grundsätzlich bei ihrer ersten Verwendung einmal aufzuschlüsseln. Auch Begriffe, die im Glossar erwähnt sind, sind bei der ersten Verwendung in der Arbeit noch einmal kurz zu erläutern (z.B. „Pan- und Pitch-Gesten“).
  • Bei Verwendung von Unterpunkten müssen mindestens zwei Unterpunkte vorhanden sein (also „2.“ „2.1“ „2.2“ … „3.“ statt „2“ „2.1“ „3“).
  • Eine Section, auf die sofort eine Subsection (ohne Text dazwischen) folgt, ist unschön.
    • „Topic Sentences“: Am Anfang einer Section erklärt ihr dem Leser kurz und präzise in einem Satz, worum es in dem gesamten Abschnitt gehen wird, ehe ihr Subsections eröffnet.
    • Inhalt der ersten Subsection (erste Subsection-Überschrift weglassen) als Topic Sentences verwenden oder den ersten Absatz der ersten Subsection (erste Subsection-Überschrift nach hinten schieben) als Einleitungstext der gesamten Section verwenden.
  • Bei Nennung von Produkten die URL der Bezugsquelle als Fußnote angeben.
  • URLs nicht in den Fließtext integrieren, sondern als Fußnote oder ggf. als Referenz darauf verweisen (sonst unterbrechen sie durch ihre Länge den Lesefluss). Bei Verwendung von LaTeX die URLs immer auch in die \url-Umgebung einfügen.
  • Schreiben in der ersten Person Singular vermeiden. „Ich“ ist üblicherweise nur akzeptabel, wenn es um eigene Leistungen/Beiträge geht.
  • Aufzählung einzelner Begriffe nur machen, wenn sie in der Auflistung noch etwas genauer erklärt werden. Ansonsten einfach als Fließtext hintereinander aufschreiben.
  • Sind Subsections wirklich immer nötig? Oder tut es vielleicht auch eine einfache Auflistung?
  • Keine zusätzlichen Formatierungen in Überschriften verwenden.

spezielle Hinweise für Ausarbeitungen, die mit LaTeX bearbeitet werden

  • Absätze nicht mit \\ trennen, sondern durch eine Leerzeile. Die beiden Sachen sehen im erstellten Dokument unterschiedlich aus (sonst werden z.B. die Absätze nicht eingerückt).
  • Für Gedankenstriche bitte -- benutzen (doppeltes Minus).
  • Bei allen Quellen, die im Quellenverzeichnis auftauchen sollen, muss irgendwo eine Referenz darauf existieren (kein NoCite!).
  • URLs bitte in die \url-Umgebung einfügen, möglichst in eine Fußnote (\footnote) packen, den Seitentitel nennen und ggf. das Abrufdatum angeben.
  • Kein \emph o.ä. in Überschriften verwenden.
  • Literaturverzeichnis:
    • Als *.bib-Datei!
    • Bei mehrwortigen Firmen-/Organisationsbezeichnungen im author-Feld (die keine Vornamen/Nachnamen sind) diese separat in {} packen. Zum Beispiel {{Microsoft Cooperation}} (damit sie nicht als Vor-/Nachname formatiert werden).
    • Bei mehreren Autoren diese nicht mit Komma voneinander trennen, sondern mit and.

Korrektur & Abgabe

Eine gute schriftliche Ausarbeitung braucht eine gute Argumentation und eine gute Schlussüberarbeitung. Diese sind jedoch nicht nach ersten Niederschrift fertig – daher sind mehrere Überarbeitungen vor Abgabe der Endfassung unbedingt notwendig. Kurze und präzise Formulierungen entwickelt man nicht beim ersten Nachdenken über ein Problem. Logikfehler oder fehlende Argumente fallen nicht sofort auf.

  • Den Text mehrfach lesen und überarbeiten.
  • Wiederholungen beseitigen, Abschnitte eventuell umstellen, umformulieren, Brüche glätten, Teile verbinden, Aussagen präzisieren, an der Sprache feilen.
  • Den roten Faden durchgängig kenntlich machen, die Fragestellung und Argumentation schärfen, deren Nachvollziehbarkeit überprüfen.
  • Möglichst auch noch einmal eine (externe) Rechtschreibkontrolle zu Rate ziehen – eine korrekte Rechtschreibung und Grammatik sind ein Muss!
  • Ebenfalls solltet ihr vor der Abgabe eines Dokuments noch einmal (gründlich) nachschauen, ob alles so aussieht, wie es soll – passt das Layout, wurden alle (gravierenden) overfull-Boxes beseitigt, sind die Referenzen ordentlich gesetzt, ist das Literaturverzeichnis vorhanden usw.
  • Wichtig ist auch, dass ihr euch jeden einzelnen Eintrag im Literaturverzeichnis noch einmal anschaut – sind notwendigen Angaben alle dargestellt, ist die Autorenliste korrekt, sieht man bei Online-Quellen auch die Adresse etc.

Drucken & Binden

Nach dem Schreiben der Abschluss-Arbeit muss diese noch gedruckt und gebunden werden. Damit das möglichst hochwertig, schnell und preiswert geschehen kann, solltet ihr folgende Dinge beachten:

  • Papierstärke Für den Ausdruck bitte ordentliches Papier verwenden (so, dass man die Rückseite nicht durchschimmern sieht). Um professionell zu wirken, sollte Papier mit mind. 100 g/m² gewählt werden.
  • Bindung Wir raten dazu, beim Binden ein Softcover mit Aufdruck auf der Vorderseite zu wählen; ein Hardcover geht natürlich auch, ist allerdings etwas teurer. Beide Bindungsmöglichkeiten haben ein professionelles Aussehen und sind sehr langlebig.
    Falls zum Binden ein Plastikbinderücken verwendet werden sollte – bitte auch einen Binderücken wählen, der zur Papierstärke passt. Das sieht sonst lächerlich aus. Die Plastikbindung ist eine günstige Lösung; im Gegensatz zu anderen Bindungsmöglichkeiten wirkt es allerdings weniger professionell.
    Denkt schon vor dem Drucken ggf. an eine Bindungskorrektur (diese kann im osm-thesis-Template mittels \bcor eingestellt werden).
  • Anzahl Druckt mindestens vier oder fünf Exemplare (drei Exemplare für das Studienreferat plus Exemplare für sich selbst/Familie/Arbeitgeber/Ersatz/etc.)
  • Kosten & Dauer Bei der KUSS Kopierservice GmbH in Babelsberg (Stand Sept. 2016) kann die Arbeit mit einem „Softcover Classic“ (Tipp: schwarz) mit „Aufdruck auf der Vorderseite“ (Tipp: silber) in ca. zwei Stunden für ca. 10 € pro Exemplar gebunden werden. Das Drucken kostet (je nach Seitenanzahl und Anteil von farbigen Seiten) zusätzlich ca. 10 € pro Exemplar.
    Spar-Tipp: Die Arbeit (z.B. im HPI) selbst drucken (ordentliches Papier besorgen, sauberen Drucker suchen) und beim Kopierservice nur binden lassen.
    Selbstverständlich kann die Arbeit zuhause mit dem eigenen Drucker gedruckt werden. Das setzt allerdings voraus, dass der Drucker sehr gute Druckergebnisse liefert.

Aufnahme der Abschlussarbeiten in die digitale Fachgebiets-Bibliothek

Mit der Abgabe der Arbeit wird diese ausschließlich für die Begutachtung und wissenschaftliche Besprechung vor der Benotung zugänglich gemacht. Darüber hinaus kann die Arbeit nicht weiter verwendet werden: Die Universität/die Fakultät/das Institut erwirbt mit der Entgegennahme der Arbeit nur das Eigentum am Papier und das Recht zur Archivierung [§ 20 Abs. 1 SPO BAMA-O, AmBek Nr. 3, 2013, S. 35-55], aber kein über die Begutachtung hinausgehendes, weiteres Nutzungsrecht.

Damit eine Abschlussarbeit also z.B. anderen Mitgliedern des Fachgebiets zugänglich gemacht werden und auch sonst weiter verwendet werden kann, bedarf es dem Einverständnis der Autorin bzw. des Autors. Es würde uns sehr freuen, wenn wir Abschlussarbeiten in unsere Fachgebiets-Bibliothek aufnehmen könnten: Das kann ganz einfach unter https://www.dcl.hpi.uni-potsdam.de/books/SubmitThesis getan werden.